Ziggurats

Als ich dieses Wort zu ersten Mal sah fand ich es einfach nur witzig.

Ziggurats sind eine Erfindung von Åsa Söderman, besser bekannt als Åsa Tricosa. An verschiedenen Stellen bin ich ihr schon persönlich begegnet und bei jeder Begegnung hat mich ihre ganze Art, ihr Ideenreichtum und ihr Homor völlig begeistert.

Ziggurats nun sind Pullover oder Strickjacken, die in einem Stück von oben nach unten gearbeitet werden. Im ZickZack-Kurs werden Schultern, Armkugeln, Halsblenden gleich mit gearbeitet. Dabei wird der Faden nur an höchstens drei Stellen abgeschnitten, nämlich jeweils an den unteren Enden der Ärmel und des Haupteiles…

So eine Sache auszutüfteln und das auch noch so, dass der Pulli dann wirklich perfekt auf den Leib geschneidert ist, dazu braucht es schon eine Menge Hirnschmalz.

Und das hat sie, sie ist clever. Und weil einfach so ein perfekt passender Pulli ja doch auch wieder irgendwie langweilig ist, hat sie noch so manchen Kniff und Pfiff mit eingebaut. Alle ihre Ideen hat sie nun in einem Buch veröffentlicht.

Darin enthalten sind 16 verschiedene Anleitungen, gespickt mit vielen kleinen raffinierten Details. Da gibt es belegte Säume, eingearbeitete Taschen, gedrehte Halsblenden, Abnäherlösungen für verschiedene Oberweiten….

Zum Buch gehört ein identisches ebook. Naja, fast identisch, denn dort gibt es noch zwei weitere Anleitungen als Bonusmaterial sozusagen. Einen Downloadcode für das ebook bekommt man mit dem Buch zusammen geliefert.

Zwei der Anleitungen hat sie sogar mit meinen Garnen gestrickt, was mich mit großer Freude erfüllt. Ich fühle mich geehrt, das muß einfach mal gesagt sein, denn ich bewundere ihre Anleitungen.

Einige von diesen Ziggurats habe ich schon gestrickt. Bei jedem war ich aufs Neue entzückt, wie perfekt die passen. Je mehr man sich mit diesen Anleitungen strickend auseinandersetzt, desto mehr versteht man auch davon, was man wo und wie ändern muß um die eigenen Proportionen noch perfekter zu bestricken.

Ich habe nun das Glück, dass ich eine ähnliche Figur habe wie Åsa. Aber was mache ich, wenn ich den Halsauschnitt etwas tiefer oder höher möchte? oder am Rücken etwas mehr Weite wünsche? vielleicht die Schultern gerne doch eine kleine Spur breiter hätte, weil mir gerade nach überschnittenen Ärmeln ist?

All das wird nicht gerade zum Kinderspiel, aber von den meisterlichen Anleitungen förmlich an der Hand genommen, doch zur gut lösbaren Aufgabe, die obendrein Spaß macht…

So genug geschwärmt, ich kann das Buch nur empfehlen. Es ist in englischer Sprache, aber gut verständlich jedem, der schon einmal nach einer englischen Anleitung gestrickt hat.

Und hier meine neuesten Machwerke in Sachen Ziggurats:

Ein Caesura „The Tuck“

 

„The Tuck“ hat im Rücken eine lustige Quetschfalte, damit das oben doch recht schmale Top hinten nicht lächerlich wirkt. Was bei jungen Mädels  bestimmt besser aussähe als bei mir….

Eine kleine Tasche

Und am unteren Saum, eine kleine Änderung von mir; ein eleganter Abschluß in I-Cord Art. Den habe ich von dem anderen Top, welches ich euch vor ein paar Monaten gezeigt habe…

„The Tuck“ habe ich aus der Silk Dream von Artyarns gestrickt. Der Saum und der Rand der Tasche ist mit Beaded Silk & Sequins Light verziert. Ein echtes Luxusteil.

Und dann habe ich noch eine der Bonus Anleitungen aus dem ebook auf den Nadeln:

Mayhem Lace Cardigan:

Ja, wie der Name schon sagt Lace – das macht aus der Sache eine etwas längere Geschichte. Aber ich freue mich auf meine Jacke.

Zu dem Garn werde ich demnächst noch etwas schreiben, ich hatte es hier noch nicht wirklich vorgestellt:

Twisty Silk Lace

Aus 75% zarter Merinowolle und 25% Seide ist es ein edles und dennoch robustes Garn. Was am meisten daran fasziniert ist, wie gut es das Blocking hält. Nach dem Stricken einmal nass gemacht und in Form gebracht bleibt es so.

Und darauf baue ich bei meiner Jacke, denn der Stoff ist unbeschreiblich schön….

 

Barbarastricktimzickzackkurs

 


 
 
 

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